Max ist ein mallorquinischer Wildhase, den wir eines Tages bei einem Spaziergang durchs
Campo in einer Erdmulde gefunden hatten. Seine Mutter hatte ihn verlassen und so hat der
kleine Hase dort längere Zeit Schutz gesucht. Wir nahmen ihn also mit an Bord.
Er war noch so klein, dass Moni ihn in einer Wolljacke die erste Zeit immer dicht bei sich
trug. So spürte er die Körperwärme und gewann Vertrauen. Zu Beginn wurde er
mit Aufzuchtmilch über eine 20 ml Spritze ernährt. Max gedieh prächtig, schlief
nachts mit Moni im Bett und wenn er nicht trank, dann schlief er. Das Bordleben ging unterdessen
weiter seinen gewohnten Gang und Max nahm zunehmend Anteil daran.
Unglaublich geschickt sprang er im Schiff von Ecke zu Ecke und maß seine neue Welt dabei genau aus. Absolut präzise
konnte er schließlich die Entfernungen einschätzen, so dass er auch mit an Deck
durfte. Er machte uns viel Freude, obwohl es zuweilen anstrengend war, wenn er nachts umherlief.
Hasen sind nachtaktiv und entwickeln dann einen enormen Hunger. Also bekam er ein königliches
Hasen-Nacht-Buffet, von dem am nächsen Morgen höchstens noch ein ausgefranstes
Kohlblättchen übrig war. Wir haben uns immer gefragt, wo er das immer alles hinfrisst.
Aber die Spuren der nächtlichen Hasen-Streifzüge waren nicht zu übersehen.
Max war sehr verspielt, anhänglich und hat uns unglaublich viel Freude gemacht.
Wir hatten die seltene Gelegenheit, einen echten Wildhasen bei seiner Entwicklung zu beobachten
und auszuwildern.
An einem sonnigen Ostersonntag haben wir Max an dem Ort freigelassen, an dem er geboren wurde -
auf dem Campo von S'Horta, wo wir ihn noch häufig mit seiner Schwester umherspringen sahen
in der Dämmerung.
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